Kritik von Schweres-Metall.de : 16.04.2011 Pirmasens, "Rockkneipe Schwemme"
18.04.2011 15:40 von Dirk
Beyond Darkness & Agent Orange
Als AGENT ORANGE gegen 21:30 Uhr die Bühne betraten hatten sich leider
noch nicht so viele Besucher eingefunden.
Doch die Band lies sich davon nicht beirren und ging sehr ambitioniert
und spielfreudig ans Werk. Vorrangig wurden alte Pop
Hits als überarbeitete Punk-Versionen vorgestellt, sprich mit gewollt
schrägem Gitarrensound, polternder Rhythmusarbeit und
rotzigem Gesang vorgetragen.
Man orientiert sich vorrangig an der
englischen Schule, d.h. Querverweise zu Bands wie Sex Pistols,
The Clash oder The Damned waren nicht zu überhören. Aber auch Einflüsse
der amerikanischen The Ramones sind durchaus
gewollt. Besonders gelungen waren "Kids In America" (Kim Wilde), welches
auch in dieser schnelleren Version gefiel, "Video
Killed The Radio Star" (The Buggles) und eine brachiale Version von "Ace
Of Spades" (Motörhead), die dem Headliner des
Abends gewidmet wurde. "Auch wir können Metal spielen…", so die Ansage
von Sänger Ray Orange hierzu.
Die vom Publikum lautstark geforderte Zugabe, der AGENT ORANGE auch in
Form des alten Hits "I Don´t Like Mondays
(Boomtown Rats) nachkam, beendete dann kurzweilige 45 Minuten.
Die fünf Bandmitglieder von BEYOND DARKNESS kommen aus dem Umkreis von
St. Ingbert und haben schon einige Jahre
Erfahrung als Musiker auf dem Buckel. So war es auch nicht weiter
verwunderlich das nach dem obligatorischen Intro aus dem
Klassik-Bereich mit dem Metallica-Hit "For Whom The Bell Tolls" direkt
ein Ausrufezeichen gesetzt wurde.
Sänger Ralph Conrath machte danach mit einer überaus sympathischen Ansage klar wie sehr sich die Band doch über die Möglichkeit freut erstmals in der Pfalz zu spielen. So etwas kommt an!
Weiter ging es mit "Paranoid" von
den britischen Urgesteinen Black Sabbath und
"Living After Midnight" von Judas Priest.
Es fiel direkt auf das die Band sehr gut aufeinander eingespielt ist,
besonders die
Gitarrenparts von Michael Marx und Dirk Behringer sind absolut
hörenswert und ungemein dicht am Original.
Doch auch der noch sehr junge Bassist Sebastian Feix machte seine Sache
mehr als ordentlich und Schlagzeuger Siggi Woll spielte absolut
punktgenau und sehr dynamisch.
Eine Coverband also mit großem Potential, die zudem in Conrath einen
Sänger in den
eigenen Reihen weiß der mit seiner vielseitigen Stimme fast die
komplette Metal-Palette drauf hat, d.h. von krächzend
agressiver Intonierung wie bei "Shot In The Dark" von Ozzy Osbourne bis
hin zu glasklarem Gesang der Marke Manowar
("Kingdom Come"). Das können nicht viele Sänger von Heavy Metal
Coverbands von sich behaupten. Zudem kennt er sämtliche
Posen die ein guter Frontmann beherrschen sollte und kommuniziert
vorbildlich mit den Fans. Beim Thin Lizzy-Song "Whiskey In
The Jar", welcher bei den Besuchern besonders gut ankam, lies er es sich
nicht nehmen singend einen Rundgang durch die
Kneipe anzutreten. So eine Aktion macht doch Laune!
Weiterhin muss erwähnt werden dass die Metallica Songs "Enter Sandman" und das superb interpretierte "The Unforgiven" am besten ankamen und mit großem Applaus bedacht wurden. Das spornte die Band sichtlich an und man wurde mit jedem Song stärker und spielfreudiger, was sich natürlich auch auf das nun immer zahlreicher werdende Publikum übertrug. Anscheinend gehen viele Musikfreunde erst gegen 22:30 Uhr aus dem Haus.
Weitere Highlights
aus einem starken Programm waren "Power And The Glory" (Saxon), die
hochmelodische und anspruchsvolle Power-Ballade
"Watching Over Me" der amerikanischen Iced Earth, "Out In The Fields"
(Gary Moore & Phil Lynott), sowie eine intensiv/kraftvolle
Version des Joan Jett Mega-Hits "I Love Rock´n Roll", bei dessen Refrain
die gesamte Kneipe lauthals mitgröhlte.
Auch kamen die Pirmasenser Hard´n Heavy-Fans noch in den Genuss des
ersten eigenen Songs der Saarländer:
"Live For Today" überzeugte mit Saxon/Judas Priest-Schlagseite, einigen
interessanten Breaks bzw. Tempiwechsel
und sollte sich zukünftig aufgrund des hymnischen Refrains zu einem
Live-Höhepunkt entwickeln.
Die Resonanz darauf wird die Band hoffentlich darin bestärken weitere
eigene Songs zu komponieren.
Besondere Erwähnung verdient diesmal "Hausmixer" Siggi, der beiden Bands einen vorbildlich dynamischen und wuchtigen Sound zimmerte, der insbesondere bei den schon erwähnten Metallica Songs unglaublich dicht am Original war und wahrlich ein Kribbeln in der Magengegend verursachte.
Die Pirmasens-Premiere von BEYOND DARKNESS hat also sehr viel Spaß gemacht und ich kann jedem Freund von traditionellem Heavy
Metal nur empfehlen sich diese Band bei ihrem nächsten "Schwemme"-Konzert im Herbst dieses Jahres anzusehen.
Bericht & Photos: Pit Schneider

